Schulinterner Lehrplan am Käthe-Kollwitz-Gymnasium Wesseling zum Kernlehrplan für die Sekundarstufen I und II (G 8)

Deutsch
(Stand: 22.06.2016)

Die Fachkonferenz Deutsch des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Wesseling legt hiermit ein kompetenzorientiertes schulinternes Curriculum für die Sekundarstufen I und II vor, das in allen Teilen den Kernlehrplänen für das Gymnasium – Sekundarstufen I und II in Nordrhein-Westfalen. Deutsch folgt.

Rahmenbedingungen der fachlichen Arbeit

Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium ist Teil des Schulzentrums in Wesseling, einer industriell geprägten Kleinstadt (ca. 36.000 Einwohner) zwischen Köln und Bonn mit einem Migrantenanteil von etwa 17 %. Auch viele Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums sprechen neben Deutsch noch eine andere Sprache zu Hause. Einige von ihnen haben Deutsch als Zweitsprache erlernt. Es werden ca. 630 Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher sozialer Herkunft und aus über 40 Nationen unterrichtet. Insgesamt zeichnet sich die Schülerschaft durch ihre Heterogenität aus, gerade auch in Bezug auf die Sprachsicherheit und Differenziertheit.

In der Stadt oder erreichbarer Nähe (z.B. Köln und Bonn) befinden sich für die Unterrichtsarbeit relevante außerschulische Lernorte wie Theater und Museen. Darüber hinaus befindet sich im Schulzentrum eine Bibliothek, die von engagierten Eltern betrieben wird und sowohl von Gruppen als auch einzelnen Schülerinnen und Schülern zu den Öffnungszeiten, die in der Regel am Vormittag liegen, genutzt werden kann.

Das Schulprogramm sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler eine konsequente methodische Schulung erhalten sollen, und zwar sowohl in fachspezifischer Hinsicht als auch fächerübergreifend. Das Fach Deutsch ist in besonderer Weise geeignet hier einen Beitrag zu leisten. In der Sekundarstufe I steht etwa die Schulung der Lesekompetenz im Zentrum, in der Sekundarstufe II wollen wir darüber hinaus die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler stärken. Hiermit tragen wir aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung, ebenso wie der Tatsache, dass die Kernlehrpläne für die Sekundarstufe II die Auseinandersetzung mit Medien sowie deren Nutzung, um Ergebnisse ansprechend und zielführend zu präsentieren, als eines von vier konstituierenden Inhaltsfeldern ausweisen.

Für dieses Aufgabenfeld stehen den Fachkräften zwei Computerräume mit Computerarbeitsplätzen zur Verfügung. An allen Rechnern sind die gängigen Programme zur Textverarbeitung und Präsentationsgestaltung installiert und ein kontrollierbarer Zugang zum Internet ist möglich. Darüber hinaus gibt es Medienwagen mit Beamer auf jeder Etage des Gymnasialgebäudes. Einschränkend muss hier gesagt werden, dass über die Medienwagen kein Zugang zum Internet besteht und diese einzig der Präsentation von Ergebnissen oder medialen Produkten (z.B. Film, Theater) vor der Gesamtgruppe dienen. Die mediale Ausstattung der Schule wird in Rücksprache mit dem Schulträger gesichtet und soll schrittweise optimiert werden; insbesondere angesichts der starken Akzentuierung dieses Inhaltsfeldes durch die Kernlehrpläne.

Die Mitglieder der Fachschaft Deutsch stehen durchgehend im fachlichen Austausch miteinander. Dazu gehören die gemeinsame Konzeption von Klausuren und kriterienorientierten Bewertungsrastern. Rücksprachen und Vereinbarungen in Bezug auf in parallelen Lerngruppen zu unterrichtenden Bezugstexten sind selbstverständlich.

In verschiedenen Unterrichtsvorhaben werden in der Sek I fächerübergreifende Aspekte berücksichtigt. Eine verbindliche Kooperation mit dem Fach Biologie erfolgt ab dem Schuljahr 2016/17 für die Stufe 5 („Tiere als Freunde“). Darüber hinaus bestehen Verknüpfungsmöglichkeiten z.B. in der Stufe 7 (mit dem Fach Kunst zum Thema „Werbung) oder in der Stufe 9 (mit dem Fach Politik zum Thema „Berufsorientierung“). Hier kooperieren die Kollegen fakultativ. Die Rahmenbedingungen lassen jedoch noch kein verbindliches fächerübergreifendes Arbeiten einer Lerngruppe der Sek II zu, da die Wahlmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler derzeit keine verbindlichen Koppelungen von Kursen vorsehen. Somit ist nicht gewährleistet, dass alle Schülerinnen und Schüler etwa des Deutsch LK parallel einen GK Geschichte besuchen. Hier gilt es für die Zukunft schulintern nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen.

Entscheidungen zum Unterricht

Die folgende Darstellung der Unterrichtsvorhaben im schulinternen Lehrplan besitzt den Anspruch, sämtliche im Kernlehrplan angeführten Kompetenzen abzudecken. Jede Lehrkraft verpflichtet sich, diese Kompetenzen in ihrem Unterricht auszubilden und einzufordern.

Die Darstellung erfolgt ausschließlich in Tabellenform, ist also Übersicht und Konkretisierung zugleich. Dieses eigens für das Fach Deutsch am Käthe-Kollwitz-Gymnasium konzipierte Raster weicht damit vom (unverbindlichen) Muster auf der Homepage des Schulministeriums ab. Denn die Tabelle gibt sowohl einen Überblick über die laut Fachkonferenz verbindlichen Unterrichtsvorhaben pro Schuljahr als auch über die Themen des jeweiligen Vorhabens und das schwerpunktmäßig damit verknüpfte Inhaltsfeld. Darüber hinaus werden sämtliche Unterrichtsvorhaben innerhalb dieses Rasters konkretisiert, d.h. es erfolgt eine Zuordnung der Kompetenzen zu den Bereichen Rezeption und Produktion.

Pro Schulhalbjahr sind in der Sek I drei bis vier Unterrichtsvorhaben vorgesehen. Die Reihenfolge der Unterrichtsvorhaben sprechen die in der jeweiligen Jahrgangsstufe parallel unterrichtenden Lehrkräfte miteinander ab. So soll erreicht werden, dass in den Förderkursen die Schülerinnen und Schüler gezielt auf die anstehenden Klassenarbeiten vorbereitet werden. Zudem besteht die Option, als standardsichernde Maßnahme bereits vor der Lernstandserhebung in Stufe 8 Arbeiten parallel zu konzipieren und schreiben zu lassen. Darüber hinaus ist ein Unterrichtvorhaben in den Stufen 5-9 als „Wahlthema“ ausgewiesen. Dies soll den Fachlehrkräften die Möglichkeit geben, ein Unterrichtsvorhaben individuell und im Hinblick auf den Entwicklungsstand und die Interessen der jeweiligen Lerngruppe zu wählen und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu planen.

In der Sek II sind zwei Unterrichtsvorhaben vorgesehen. Jedes Halbjahr steht darüber hinaus unter einem Halbjahresthema, das die inhaltlichen Verknüpfungen sowie den lebensweltlichen Bezug verdeutlichen soll. Das Raster ist für unsere Fachschaft verbindlich und legt auch die konkrete Reihenfolge der Unterrichtsvorhaben innerhalb der Halbjahre fest. Die Vorgaben für das Zentralabitur werden berücksichtigt und in Fettdruck im entsprechenden Inhaltsfeld hervorgehoben.

Das Curriculum wird kontinuierlich angepasst an die sich verändernden zentralen Vorgaben des Schulministeriums. Das betrifft auch die EF, in der die vierte Unterrichtsreihe die Schülerinnen und Schüler noch einmal intensiv auf die Zentrale Klausur vorbereiten soll und daher den wechselnden Vorgaben in Bezug auf die Aufgabenformate und Inhalte angepasst wird. Die Textvorgaben sind lediglich als Vorschlag zu verstehen. Die Unterrichtenden einer Jahrgangsstufe einigen sich jeweils auf einen Text, der weitgehend parallel unterrichtet wird. So ist die Kontinuität der fachlichen Arbeit auch dann gesichert, sollte einmal ein Schüler/eine Schülerin die Lerngruppe wechseln müssen.

Der ausgewiesene Zeitbedarf für die Unterrichtsreihen der Sek II versteht sich als Orientierungsgröße, die nach Bedarf über- oder unterschritten werden kann. In der Sekundarstufe I hingegen gibt es keine zeitlichen Vorgaben in Bezug auf den Umfang einer Unterrichtsreihe. Die Lehrerinnen und Lehrer sollen ein gewisses Maß an Freiheiten für die inhaltliche, methodische und thematische Gestaltung erhalten, um Schwerpunktsetzungen – entsprechend der Bedingungen in der jeweiligen Lerngruppe – vornehmen zu können. Die im Raster angegebenen Aufgabenarten zur Leistungsüberprüfung dienen ebenfalls zur Orientierung. Die Aufgabenarten des Abiturs sollen kontinuierlich eingeübt werden. Dies betrifft insbesondere den neuen Aufgabentyp IV, an den die Schülerinnen und Schüler laut Fachkonferenzbeschluss bereits in der Stufe 9 herangeführt werden sollen.

Grundsätze der fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit

In Absprache mit der Lehrerkonferenz sowie unter Berücksichtigung des Schulprogramms hat die Fachkonferenz Deutsch die folgenden fachdidaktischen und fachmethodischen Grundsätze beschlossen.


Überfachliche Grundsätze:

1)      Schülerinnen und Schüler werden in dem Prozess unterstützt, selbstständige, eigenverantwortliche, selbstbewusste, sozial kompetente und engagierte Persönlichkeiten zu werden.

2)      Der Unterricht nimmt Rücksicht auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler (Binnendifferenzierung).

3)      Geeignete Problemstellungen bestimmen die Struktur der Lernprozesse.

4)      Die Unterrichtsgestaltung ist kompetenzorientiert angelegt.

5)      Der Unterricht vermittelt einen kompetenten Umgang mit Medien.

6)      Der Unterricht fördert das selbstständige Lernen und Finden individueller Lösungswege sowie die Kooperationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler.

7)      Die Schülerinnen und Schüler werden an evaluativen Prozessen beteiligt.

8)      Die Schülerinnen und Schüler erfahren regelmäßige kritikorientierte Rückmeldungen zu ihren Leistungen.

9)      In verschiedenen Unterrichtsvorhaben werden fächerübergreifende Aspekte berücksichtigt.

Fachliche Grundsätze:

1)      Der Deutschunterricht fördert die Entwicklung notwendiger Schlüsselqualifikationen, insbesondere die Lesekompetenz sowie Kompetenzen in den Bereichen der mündlichen und schriftlichen Sprachverwendung. Bei komplexeren Schreibaufgaben soll den Schülerinnen und Schülern die Prozesshaftigkeit des Schreibens verdeutlicht werden.

2)      Verschiedene kommunikative Kontexte werden gestaltet, um die Schülerinnen und Schüler zu einem angemessen Umgang mit Sprache zu erziehen.

3)      Der Deutschunterricht nutzt die Mehrsprachigkeit einzelner Schülerinnen und Schüler sowie deren Wissen über muttersprachliche Literatur und Kultur zur Erweiterung der interkulturellen Kompetenz.

4)      Der Deutschunterricht fördert die Lesefreude sowie die Bereitschaft aktiv am kulturellen Leben teilzuhaben.

5)      Ethisch-moralische und gesellschaftspolitische Fragestellungen gehen über die Arbeit mit literarischen Werken als zentraler Aspekt in den Deutschunterricht ein. 

6)   Durch die Integration gestalterischer Prozesse in die Unterrichtsvorhaben wird das kreative Potential der Schülerinnen und Schüler genutzt und gefördert. 

 

Zur ausführlichen Fassung des Lehrplans Deutsch